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Plato
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Jakob Böhme
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Gottfried Wilhelm Leibniz
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Mensch, erkenne dich selbst

Das fundamentale religiöse und philosophische Grundprinzip allen antiken Denkens war, dass der Mensch sein Schicksal zu seinem eigenen Wohl oder Wehe durch die Befähigung seines Geistes und seines Verstandes selbst gestaltet.

„Mensch, erkenne dich selbst!" lautet die Weisung, die als Antwort auf den Hunger nach Wahrheit gegeben wird; sie richtet sich an jeden Einzelnen und kommt wie eine Botschaft aus dem Innersten unseres Wesens. Sind diese Worte nicht auch ein Hinweis auf die Pflicht des Menschen, mit Hilfe des Selbstbewusstseins Zusammenhänge und Verkettungen im Wirken der gesamten Natur zu entdecken und auf der Grundlage des durch Vernunft geprägten Wissens als wahre Menschen zu handeln? Die alte Mahnung, von Gelehrten und Weisen seit alters immer wieder als Appell an die Menschen gerichtet, fordert dazu auf, hinter die Erscheinungen der Natur zu blicken, um die Ursachen der wirkenden Kräfte in der Natur zu erkennen.

In Indien existiert seit undenklichen Zeiten die Lehre von der illusorischen Wirklichkeit unserer Welt, „Maya“ genannt. Denn augenscheinlich ist unsere Welt nur eine Welt der „Reaktionen", die im Gemüt bestimmte Vorstellungen bewirken. Sie existiert zwar, jedoch ist der Eindruck, den wir von ihr haben, nur relativ und unvollkommen gegenüber den tieferen Wahrheiten und Wirklichkeiten des inneren Seins.

„Mensch, erkenne Dich selbst!" ist auch die Aufforderung, sich als einen Teil des Universums zu sehen, denn es gibt keine Aktion, die ohne Reaktion in der Unendlichkeit bleibt und nicht zugleich auch eine Veränderung in dem Gefüge des Universums herbeiführt.

Plato, Pythagoras, Jakob Böhme, Schelling, Leibniz, Shakespeare, um nur einige Gelehrte und Weise zu nennen, sie alle schöpften aus der Quelle uralten Wissens, das in seiner Essenz seit Menschengedenken unveränderlich blieb und auch bleiben wird, da die Abläufe in der Natur selbst unveränderlichen Gesetzen folgen. Um nun diese Gesetze zu erkennen, sollten wir unsere Unterscheidungskraft schulen, indem wir unser Bewusstsein weiten, es über die Endlichkeit erheben und dem Denken keine Grenzen auferlegen. Wir sollten die alten Gedankenformen und Ideen in uns zerbrechen, neue hereinlassen und die Vorstellungskraft schulen; die Fähigkeit erwerben, größere Verbindungen in dem Geschehen des täglichen Lebens zu erkennen, deren Ursachen entdecken, die Noumena, sie sich hinter den Phänomenen, den Erscheinungen, verbergen.

„Mensch, erkenne dich selbst!" sind vielleicht vier 'Worte, die im Bewusstsein der Menschen nie in Vergessenheit geraten dürfen, denn in ihnen liegt ein Schlüssel zum Leben in den „inneren" Reichen der Natur.

„Mensch, erkenne dich selbst" sind Worte, die nachdenklich stimmen und uns die Eigenverantwortung gegenüber allem Lebenden bewusster machen; vielleicht fühlt sich sogar der eine oder andere zu aktivem Studium der Weisheit der Zeitalter, der Esoterischen Philosophie, der Theosophie, angeregt. Ganz sicher aber regen diese Worte dazu an, dem materialistischen Denken unserer Zeit eine menschlichere, spirituelle Richtung zu geben.

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