008
Zur Startseite der Theosophischen Gesellschaft

 

 

William Q. Judge
William Q. Judge
(1851 – 1896)

 

Das Meer der Theosophie
William Q. Judge:
Das Meer der Theosophie
 

 

Literatur

William Q. Judge: Das Meer der Theosophie

Schon allein der Titel dieses Buches, Das Meer der Theosophie, hat eine große Aussagekraft. Mit einem Meer verbinden wir Weite, die Unendlichkeit schlechthin. Und in der Tat, „Theosophie ist jenes Meer des Wissens, das sich von Küste zu Küste der Evolution aller fühlenden Wesen ausbreitet. Unergründlich in seinen tiefsten Teilen, gibt es den mächtigsten Gemütern ihre vollste Entfaltungsmöglichkeit und ist dennoch an seinen Küsten flach genug, um den Verstand eines Kindes nicht zu überwältigen.“

In dieses Meer der Unendlichkeit ist unser Leben eingebettet, wir können es nie verlassen! Diese Unendlichkeit mit unseren sterblichen Sinnen erfassen zu wollen, erscheint fast unmöglich. Und doch ist der menschliche Geist in der Lage, grundlegende Naturgesetze zu erfassen, sie als ein zusammenhängendes Ganzes zu erkennen. Denn die Natur wirkt stets innerhalb derselben Gesetzmäßigkeiten. Analog zur Natur ändern sich die Lehren der Theosophie nicht. Sie bleiben immer dieselben, ob auf den Kosmos angewandt oder bezogen auf unsere irdische Sphäre, unsere Erde.

Der Verfasser dieses Buches, William Quan Judge, verstand es wie kein anderer, die tiefgehendsten Lebensvorgänge in ihrer ganzen Komplexität zusammenzufassen und dennoch verständlich zu bleiben. Das macht es dem Leser leicht, in die evolutionären Lebensvorgänge einzudringen, und spornt an, mehr über unser Leben zu erfahren. Daher wird das „Meer“ weltweit auch als „Klassiker“ für den Einstieg in die faszinierende Welt der Theosophie bezeichnet.

Die überarbeitete Fassung des Buches ermöglicht es dem Leser, leichter und zeitgemäß in die Zusammenhänge von Mensch, Natur und Kosmos einzudringen. Der Bogen spannt sich dabei von allgemeinen geschichtlichen Prinzipien und der planetarischen Evolution über die Astralbereiche, die Prinzipien des Menschen, Reinkarnation und Karman, nachtodliche Zustände und Zyklen bis hin zur Trennung der Arten, zum „missing link“, das bis heute der Wissenschaft ein Rätsel geblieben ist. Dann geht Judge auf die damaligen Spiritisten ein, die dem krassen Materialismus seiner Zeit als Gegenpol äußerst vehement gegenüberstanden. Heute wird weniger von Spiritismus gesprochen, doch die psychischen Praktiken stehen ihm an Subtilität keineswegs nach. Daher ist die geschichtliche Entwicklung der heutigen Esoterik äußerst interessant und zeigt auf vielen Gebieten, wie aus Unkenntnis die sehr realen Kräfte der Natur für Praktiken aller Art missbraucht werden können. Auch hier zeigt Judge Zusammenhänge auf, die in dieser Offenheit nirgendwo sonst nachzulesen sind. In diesem Sinne warnt Judge vor psychischen Praktiken, deren subtile und äußerst schädliche Auswirkungen sowohl physisch als auch psychisch noch viel zu wenig erkannt werden.

Zur Ergänzung des Kapitels „Karman“ (Kapitel 11) wurden in der aktuellen 6. Auflage erstmals in deutscher Sprache im Anhang die „Aphorismen über Karman“ veröffentlicht. Ihre Bedeutung für menschliches Denken und Handeln ist unschätzbar, denn unser Leben ist das Resultat dieses unausweichlichen Naturgesetzes, Ursache und Wirkung im ewigen Wechsel von Geburt und Wiedergeburt sind die mächtigen Antriebskräfte im Schicksalsgewebe unserer Evolution. Die tiefe Bedeutung der „Aphorismen über Karman“ wird von jenen erkannt werden, die für die verborgenen Realitäten unseres Daseins aufnahmebereit sind. Sie werden in ihnen unverzichtbare Wegweiser für ihr Leben finden. In der Erkenntnis der unabwendbaren Gerechtigkeit, die Karman in sich birgt, werden Hoffnung und Trost zugleich ihre ständigen Begleiter sein.

Die „Aphorismen über Karman“ sind ein kulturhistorisches Dokument, das in dieser Ausführlichkeit nicht seinesgleichen hat. Zeitlos und menschlicher Ignoranz trotzend, wurden sie jenen gegeben, die Wahrheit um der Wahrheit Willen lieben und diese Wahrheit für das höchste Gut auf Erden erachten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Judge einen sehr komplexen Einblick in unser Dasein gibt, in unsere Unsterblichkeit in Raum und Zeit. Er weckt den Wunsch, mehr über unser Leben zu erfahren. In einer ruhelosen Zeit gibt er Orientierung, die mit Hoffnung und Zuversicht erfüllt.

 

Zusätzliche Informationen und Bestellmöglichkeit

[Startseite]    [Seitenanfang]

© Die Theosophische Gesellschaft Point Loma – Covina · Gödekeweg 8 · 30419 Hannover