005
Zur Startseite der Theosophischen Gesellschaft

 

 

Das Meer der Theosophie
Judith M. Tyberg:
Die Sprache der Götter.
Sanskrit als Schlüssel zu den Mysterienlehren.
 

 

Literatur

Einführung in das Sanskrit

Judith M. Tyberg, aus: Die Sprache der Götter, Hannover, 2012, S. 19 ff.

Studierende der theosophischen und geisteswissenschaftlichen Literatur beklagen sich oft über die häufige Verwendung von Sanskrit-Wörtern und fragen: „Kann Theosophie nicht auch ohne die unvertrauten Ausdrücke erklärt werden?“ Die Antwort lautet: „Ja, aber diese Methode hat viele Nachteile.“ Denn einerseits sind viele unserer deutschen Wörter so sehr mit falschen und dogmatischen Anschauungen belastet, dass es vorgezogen wird, sie nicht zu benutzen, andererseits ist unsere Sprache arm an Wörtern, die von den inneren Mysterien der Seele und des Geistes handeln, von den nachtodlichen Zuständen, vom Ursprung und Schicksal der Welten und Menschen, von menschlicher Psychologie und von den wunderbaren Hierarchien mitleidvoller Wesen oberhalb der menschlichen Stufe. Die Sanskritsprache hat Wörter für all diese höheren Lehren, Wörter, die seit Jahrtausenden von Pandits, Brâhmanen, Rishis und Mahâtmans in Indien benutzt worden sind und die in allen unserer westlichen Zivilisation zur Verfügung stehenden Sanskritschriften zu finden sind. Weder die deutsche noch irgendeine andere moderne europäische Sprache besitzt die Feinheiten des Ausdrucks, die solche Themen erfordern. Die Sanskritsprache hingegen ist eine Fundgrube an philosophischen und religiösen Ausdrücken.

Selbst heutige Wissenschaftler der Astronomie, Astrologie, Botanik, Geologie, Mathematik, Medizin u. a. haben Wörter aus dem Lateinischen und Griechischen angenommen, um ihre Vorstellungen klarer auszudrücken. Die lateinische und die griechische Sprache besaßen bereits geeignete Wortwurzeln und Ausdrücke für diese Ideen. Die anfängliche Schwierigkeit, die technischen wissenschaftlichen Ausdrücke zu erlernen, ist nichts im Vergleich zu dem weiten Feld der Information, das uns offensteht, sobald wir die technische Terminologie dieser Wissenschaften gemeistert haben. Die Anstrengung, die in die Beherrschung der mystischen Sanskritausdrücke und ihrer Bedeutungen investiert wird, wird sich tausendfach bezahlt machen aufgrund der größeren Erkenntnis, die mit einer immer weiter zunehmenden intuitiven Fähigkeit einhergeht, weil wir fähig sein werden, den Weisheitsschatz der Götter tiefer zu ergründen.

Geradeso wie englische (und deutsche) Wörter für Sie leben, bestimmte Nebenbedeutungen haben und im Denken bestimmte Bilder entstehen lassen, wird ein Studium dieses Buches die Sanskritausdrücke für Sie lebendig machen, Sie in faszinierende Reiche des Denkens führen und ein gründlicheres Verstehen der tiefen Bedeutung eines jeden Augenblicks des Lebens herbeiführen, denn die Sanskritausdrücke sind voller kosmischer Wahrheiten.

Jeder Ausdruck ist ein lebendes Symbol für eines der geheimen Gesetze der Natur. Hier ist eine Gelegenheit, sich auf die Herzen und Gemüter der großen Seher der Vergangenheit einzustimmen. Die geschriebenen und gesprochenen Worte von Helena Petrowna Blavatsky, William Q. Judge und Gottfried von Purucker haben aufschlussreiche Informationen in Bezug auf die wahre und ursprüngliche Deutung dieser Sanskritausdrücke gegeben.

In einigen Fällen habe ich die vertraute Ausdrucksweise der theosophischen Standardwerke benutzt, weil ihre Formulierungen viele Jahre hindurch bewiesen haben, dass sie die essenzielle Bedeutung der zu definierenden Ausdrücke äußerst erfolgreich vermitteln. An vielen Stellen wurden sie in Anführungszeichen eingefügt, ohne dass direkte Quellenangaben gegeben wurden. Ein tieferes Studium der theosophischen Literatur wird den Schüler mit den nahezu unzählbaren Textstellen vertraut machen, in denen diese Sätze vorkommen. Hier sei nur hingewiesen auf die Liste der weiteren Quellenangaben am Ende dieses Buches.

Wenn die theosophischen Leiter eine Darlegung dieser zeitalteralten Lehren herausgaben, die sich in ihrer heiligen Obhut befanden, haben sie – wie alle Weisen und Schriftsteller des alten Indien – in der Einführung oft gesagt: Iti mayâ srutam – „So habe ich es gehört.“ So beanspruchen sie nichts als ihr Eigentum, sondern zollen ehrerbietig jenen Weisen Tribut, deren heilige Verantwortung es war, die ewigen Wahrheiten des Universums weiterzugeben. Daher setze ich vor jedes Kapitel über theosophische Ausdrücke diesen Satz Iti mayâ srutam, denn ich gebe in meiner geringen Art nur das weiter, was ich von diesen großen theosophischen Lehrern und aus der alten Sanskritliteratur gelernt habe.

Die Lektionen im vorliegenden Buch sind so angeordnet, dass sie das Studium und das Beherrschen derjenigen Sanskritausdrücke erleichtern, die der durchschnittliche Schüler in der theosophischen Literatur am häufigsten antrifft. Jedes Kapitel ist dem Studium eines der vier theosophischen Bücher gewidmet, die ungewöhnlich reich an Sanskritausdrücken sind. Am Ende eines jeden Kapitels steht ein Index der in ihm benutzten Wörter. Jedem Hauptwort ist sein grammatisches Geschlecht im Sanskrit zugeordnet. Die Abkürzung m. steht für Maskulinum, f. für Femininum und n. für Neutrum. Wenn das Wort ein Sanskrit-Adjektiv ist, wird ihm die Abkürzung Adj. beigeordnet; wenn es ein anglisiertes Sanskrit-Adjektiv ist, findet sich die Abkürzung a. Adj. Diese Indexe können benutzt werden, um sich selbst zu testen. Nehmen Sie beispielsweise ein Wort im Index und drücken Sie die philosophische Lehre, die es enthält, in Ihren eigenen Worten aus. Sollten Sie sich an die Bedeutung nicht erinnern können, blättern Sie zu ihrer Erklärung zurück und studieren Sie sie sorgfältig. Wenn Sie den ersten Index so gemeistert haben, beginnen Sie, das nächste Kapitel zu lesen und zu studieren.

Sie werden jedes neue Kapitel besser verstehen, wenn Sie die vorhergehenden Kapitel gelernt haben. Die Ausdrücke, die in einem Kapitel erklärt worden sind, werden in einem anderen nicht wieder aufgenommen, selbst wenn diese Ausdrücke in dem theosophischen Buch, dem das Kapitel gewidmet ist, zu finden sein sollten. Wenn diese Ausdrücke jedoch in dem zweiten Buch ein wenig unterschiedlich benutzt werden, werden sie weiter erklärt. So werden Sie finden, dass nahezu alle Ausdrücke in den ersten drei Kapiteln mit Lektionen, obwohl sie auch in Die Geheimlehre vorkommen, in dem Geheimlehre-Kapitel nicht behandelt werden, doch dort werden neue Ausdrücke erklärt.

Die Indexe am Ende eines jeden der vier Abschnitte über Sanskritausdrücke können auch für Rechtschreibtests genutzt werden. Wenn Sie die Sanskritrechtschreibung exakt beherrschen wollen, üben Sie das Setzen aller Zeichen und Punkte oberhalb und unterhalb der Buchstaben. Wenn Sie im Begriff sind, die Sanskritsprache selbst zu studieren, werden Sie den Wert dieses Ratschlags vollständiger erkennen. Die Sanskritrechtschreibung ist nicht schwierig, wenn sie zuerst die richtige Aussprache lernen. Daher sollte bei jeder Lektion das Kapitel über Ausspracheregeln mit studiert werden.

Einige der Sanskritausdrücke haben entsprechende Ausdrücke in den Religionen und Philosophien anderer Nationen, und es könnte sich als hilfreich erweisen, sich die Bedeutung eines Wortes zu merken, indem man es mit einem vertrauteren Ausdruck in einer anderen Sprache in Verbindung bringt. Das Wort Aditi beispielsweise könnte folgendermaßen erklärt werden:

Aditi:

Vedânta Sohar Gnostisch Ägyptisch
Mûlaprakriti höchste Sefira Sophia Achamoth Isis

 

Die Reihe von Leselektionen in Abschnitt 7 sollte nicht nur für die Übung der richtigen Aussprache hilfreich sein, sondern auch für das Studium der Verwendung jener Ausdrücke in Sätzen und für die Anfertigung der einfachsten, wenn auch noch so unvollständigen Übersetzung der Sanskritausdrücke. Nachdem Sie diese beiden, die Sanskritlesart und ihre Übersetzung, zusammen studiert haben, testen Sie sich selbst und überprüfen Sie, ob Sie die Sanskritlesart übersetzen können, ohne die vorgegebene Übersetzung zurate zu ziehen.

Ein Kapitel mit Lektionen zum Schreiben von Devanâgarî wurde in dieses Buch aufgenommen, weil es viele gibt, die sich mit der Sanskritschrift vertraut machen möchten, aber nicht geneigt sind, die Grammatik des Sanskrit zu studieren. Für jene, die tiefer in das Studium des Sanskrit einsteigen möchten, sollte dieses Kapitel als Einführung sehr hilfreich sein.

Fünfhundert Sanskrit-Schlüssel zur Weisheitsreligion sind in ihren Händen.
Wer vermag zu sagen, welche Türen sie für Sie öffnen können?

 

Auswahl von Sanskrit-Ausdrücken aus Das Meer der Theosophie

Zusätzliche Informationen und Bestellmöglichkeit

[Startseite]    [Seitenanfang]

© Die Theosophische Gesellschaft Point Loma – Covina · Gödekeweg 8 · 30419 Hannover